1972 wurde die Welterbekonvention der UNESCO verabschiedet, um herausragende Zeugnisse von Kultur und Natur zum Erbe der Menschheit zu erklären und dadurch dauerhaft zu schützen. Dieses Abkommen definiert die Kriterien für ein Welterbe, schreibt die Rahmenbedingungen für dessen Schutz fest und verpflichtet die unterzeichnenden Staaten zu Einhaltung dieser Regeln. Die Liste der Welterbestätten umfasst inzwischen mehr als 1200 Einträge, darunter etwa den Tadsch Mahal in Indien oder den Yellowstone Nationalpark in den USA.
In die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen zu werden, ist sehr begehrt, denn diese Auszeichnung ist wie ein Gütesiegel, sie belebt den Tourismus und kann sich dadurch positiv auf eine ganze Region auswirken.
1985 wurden der Dom Mariä Himmelfahrt sowie die Kirche St. Michael mitsamt ihren Kunstschätzen ebenfalls in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Grund waren neben der Bedeutung der Bauwerke selbst vor allem der Einfluss der ottonischen Michaeliskirche auf die Entwicklung der romanischen Kirchenarchitektur. Noch höher bewertete die UNESCO die Ausstattung der beiden Kirchen.
Für Michaelis sei hier beispielhaft das im 13. Jahrhundert geschaffene monumentale Deckenbild aus Holz im Mittelschiff der Kirche genannt, für den Dom die monumentalen Bronzegüsse, die direkt auf Bischof Bernward (993-1022) zurückgehen: die sogenannten Bernwardstüren und die Bernwardssäule.
Die Holzdecke im Mittelschiff des Langhauses von Michaelis ist einzigartig für den Raum nördlich der Alpen. Die Malerei zeigt, in acht Hauptfelder gegliedert, die Abstammung Jesu im sogenannten Jessebaum. Diese Darstellung wird umrahmt von 42 Medaillons mit den Vorfahren Christi.
Auf den Türflügeln der beiden Bronzetüren im Dom, datiert auf etwa 1015, werden Ereignisse aus dem Buch Genesis dem Leben Jesu gegenübergestellt. Die Bronzesäule, die auf 1020 geschätzt wird, zeigt spiralförmig umlaufend Szenen aus dem Neuen Testament und erinnert damit an antike Säulen wie die Trajanssäule in Rom. Beide Kunstwerke waren ursprünglich für die Michaeliskirche angefertigt worden, inzwischen sind sie im Dom untergebracht.
Die Auszeichnung durch die UNESCO wurde 2014 mit einer 2€-Gedenkmünze sowie einer Gedenk-Briefmarke gewürdigt. Diese wurden auf der World Money Fair in Berlin präsentiert und als Ersttagsbrief mit dem Ersttagsstempel veröffentlicht.
Astrid Busch
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