1945 – Die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Hildesheim als Infrastrukturknoten und wegen der in der Stadt vorhandenen Kriegsindustrie mehrmals zum Ziel alliierter Bombenangriffe. Ab 1944 fielen vereinzelt Bomben auf Industrieanlagen, dabei blieb der vorwiegend zivile Stadtkern noch größtenteils verschont. Der erste größere Angriff auf Gleisanlagen geschah am 22. Februar 1945, hier wurde auch das Gebiet der Neustadt besonders getroffen und es gab etwa 360 Todesopfer.
In einer Kombination aus dem alliierten Wunsch, den Krieg bald zu beenden, und der Weigerung des NS-Regimes zur Kapitulation gab das alliierte Oberkommando eine Liste kriegsrelevanter deutscher Städte zur vollständigen Zerstörung frei. Als Listenplatz 5 wurde Hildesheim am 22. März 1945 das Ziel eines Großangriffs der Royal Air Force, welcher nun den gesamten bebauten Bereich der Stadt betraf. Innerhalb einer Viertelstunde wurden bis zu 75% der Gebäude zerstört oder beschädigt. Bei dem Angriff kamen über 1000 Menschen ums Leben und 40% der Wohnungen in Hildesheim waren zerstört oder unbenutzbar gemacht und dadurch wurden etwa 34.000 Menschen obdachlos. Zu den betroffenen Gebieten gehörte vor allem die historische Altstadt.
In den Trümmern ging der Terror der Gestapo in den Tagen darauf weiter, vermeintlich Plündernde wurden auf dem Marktplatz an einem provisorisch errichteten Galgen erhängt. Am 7. April erreichte die amerikanische Armee die Stadt Hildesheim und besetzte sie ohne nennenswerten Widerstand.
Adrian Magnus Graën
Literatur